Buch des Monats

Der Träumer

der_traeumerAusgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2015, Kategorie Kinderbuch

von Pam Muñoz Ryan

Neftali ist 8 und lebt mit seiner Familie in Temuco, einer kleinen Stadt im Süden Chiles. Sein Vater ist streng und wünscht sich, dass er etwas “Vernünftiges” lernt. Aber Neftalis Leidenschaft ist das Lesen und das Sammeln – Blätter, Steine, Vogelnester, Tannenzapfen, Muscheln. Und immer gibt es dazu Geschichten, die sich Neftali ausdenkt und Wörter, die er auf Zettel schreibt und in seine Schublade steckt. Seine Schätze. Endlich kommt der Sommer, an dem sie ans Meer fahren, an den Pazifik, der rau ist und kalt, aber so unendlich weit und wunderschön. Und all sein Hoffen ist, dass der Vater vielleicht am Meer nicht so streng ist wie sonst. Am Ende dieses einfühlsamen und warmherzigen Romans, Neftali ist inzwischen 15, müssen wir lernen, dass irgendwann jeder seinen Weg gehen muss, so schwer er auch ist und so schmerzlich Abschiede sind. Neftali geht zum Studium nach Santiago, und aus dem Jungen aus dem Süden wird der berühmte Schriftsteller Pablo Neruda. Peter Sís, den wir aus der “Konferenz der Vögel” kennen, hat das Buch durchillustriert und gestaltet und es auch optisch zu einem Kunstwerk gemacht.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Der unvergessene Mantel

derunvergessenemantelGewinner des Deutschen Jugendliteraturpreis 2013, Kategorie Kinderbuch

von Frank Cottrell Boyce

In Julies Klasse ist ein Neuer: Dschingis, ein Flüchtlingskind aus der Mongolei, und Julie soll sich ein bisschen um ihn kümmern. Dschingis hat schließlich keine Ahnung, wie man Fußball spielt, was man zum Schwimmen mitnimmt und dass man nicht den ganzen Tag in einem Fellmantel herumläuft. Im Gegenzug weiß Julie bald alles über die Mongolei, dass dort Riesenblumenbäume wachsen, dass man Adlern dort eine Mütze aufsetzt, um sie zu beruhigen und wie warm ein Fellmantel ist. Und sie lernt, wie man einen Dämon aus Hefeteig backt. Doch dann, eines nachts, werden Dschingis und seine Familie abgeholt. Sie dürfen nicht in Liverpool bleiben, sondern müssen zurück in die Mongolei …

Viel Spaß beim Lesen!

Letztendlich sind wir dem Universum egal

letztendlich_sind_wir_dem_universum_egalAusgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2015, Kategorie Preis der Jugendjury

von David Levithan

Die Geschichte einer ungewöhnlichen ersten großen Liebe – und ein phantastischer Roman, wie er realistischer nicht sein könnte
Jeden Morgen wacht A in einem anderen Körper auf, in einem anderen Leben. Nie weiß er vorher, wer er heute ist. A hat sich an dieses Leben gewöhnt und er hat Regeln aufgestellt: Lass dich niemals zu sehr darauf ein. Falle nicht auf. Hinterlasse keine Spuren.
Doch dann verliebt A sich unsterblich in Rhiannon. Mit ihr will er sein Leben verbringen, für sie ist er bereit, alles zu riskieren – aber kann sie jemanden lieben, dessen Schicksal es ist, jeden Tag ein anderer zu sein?
Wie wäre das, nur man selbst zu sein, ohne einem bestimmten Geschlecht oder einer bestimmten Familie anzugehören, ohne sich an irgendetwas orientieren zu können? Und wäre es möglich, sich in einen Menschen zu verlieben, der jeden Tag ein anderer ist? Könnte man tatsächlich jemanden lieben, der körperlich so gestaltlos, in seinem Innersten aber zugleich so beständig ist?

Viel Vergnügen beim Lesen!

Papa, was ist ein Fremder?

papa_was_ist_ein_fremder Gespräch mit meiner Tochter

von Tahar Ben Jelloun

«Papa, was ist ein Fremder? Wieso haben manche Menschen schwarze Haut und andere Menschen weiße Haut? Sind Ausländer anders als wir? Ist Rassismus normal? Könnte auch ich zu einer Rassistin werden? Was können wir denn tun, damit die Menschen einander nicht hassen, sondern gern haben?» Diese und andere schwierige Fragen stellt die zehnjährige Mérièm ihrem Vater, dem berühmten französisch-maghrebinischen Schriftsteller Tahar Ben Jelloun. Und der Vater erklärt der Tochter in einem einfachen und anschaulichen Gespräch, wie Fremdenfeindlichkeit und Rassismus entstehen und welche Folgen sie haben: wie Vorurteile in Diskriminierungen münden können; wann Rassismus und Kolonialismus zu Sklaverei und Völkermord geführt haben; aber auch, dass niemand als Rassist geboren, sondern erst durch die Verhältnisse dazu gemacht wird.

Weitere Informationen zum Thema „Flucht“ findet ihr unter folgenden Links:

Migration, Integration, Asyl

Zuflucht gesucht

Flüchtlinge bei uns

Das literarische Kaleidoskop

Das_literarische_KaleidoskopPrämiert mit dem Leipziger Lesekompass 2014
Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2014, Kategorie Bilderbuch

Herausgegeben und illustriert von Regina Kehn

Siebzehn Gedichte und kurze Prosastücke finden sich in diesem kleinen literarischen Band der Reihe »Die Bücher mit dem blauen Band« des Fischer Verlags, wie »Der Garten des Herrn Ming« von James Krüss, Christian Morgensterns »Der Seufzer« oder Franz Kafkas »Kleine Fabel«. Die deutsche Illustratorin Regina Kehn hat sie ausgewählt, handschriftlich festgehalten und künstlerisch untermalt. (mehr …)