Stand 2.4.2020, 15.00 Uhr

Liebe Schulgemeinschaft!

Herr BM Heinz Faßmann hat per 31.3. einen Erlass GZ 2020-0.211.975-1-A Leitlinien für die Fernlehre/das Distance Learning nach den Osterferien herausgegeben. Den Text dazu, er betrifft, Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern und Erziehungsberechtigte finden Sie hier.

Wir weisen darauf hin, dass auch nach den Osterferien das EKB ein extrem wichtiges Kommunikationsmittel sein wird und ersuchen alle Eltern und Erziehungsberechtigten die Nachrichten aus dem EKB regelmäßig abzurufen!

31. März 2020
GZ 2020-0.211.975-1-A
Leitlinien für die Fernlehre/das Distance Learning nach den Osterferien
In vielen Schulen ist die Überbrückungsphase der „Fernlehre“ und des „Fernlernens“ sehr
erfolgreich angelaufen. Da und dort zeigen sich noch Umsetzungsschwierigkeiten, was den
Umfang, die Koordination und organisatorische Fragen von Arbeitsaufträgen bzw. auch das
Zuhause als „neues Klassenzimmer“ betrifft.
Da aufgrund der Verlängerung der Überbrückungsphase über die Osterferien hinaus den
Schulen aus pädagogischen Gründen die Möglichkeit eröffnet wird, neuen Lehrstoff/neue
Lehrinhalte zu vermitteln, wird eine gut abgestimmte Vorgehensweise noch wichtiger.
Das BMBWF stellt den Schulen deshalb Checklisten sowie Hinweise für Erziehungsberechtigte
zum Distance Learning zur Verfügung. Diese sollen die Schulen in der Gestaltung
und gegebenenfalls Weiterentwicklung ihrer Angebote unterstützen.
Gemeinsames Ziel ist es, dass Schülerinnen und Schüler sowie deren Erziehungsberechtigte
in den Angeboten der Fernlehre einen klaren zeitlichen und organisatorischen/strukturellen
Rahmen vorfinden, in dem Lernen erfolgreich stattfinden kann.

Zur Vermittlung von neuem Lehrstoff/neuen Inhalten:

In allen Schularten außer Berufsschulen gilt:

o Neben der Wiederholung und Festigung bereits durchgenommenen Lehrstoffs darf
nach den Osterferien in allen Schularten auch neuer Lehrstoff in Form von Distance
Learning vermittelt werden.

o Die Schule entscheidet, in welcher Schulstufe und in welchen
Unterrichtsgegenständen neuer Stoff bzw. neue Inhalte vermittelt werden. Der
Klassenlehrerin/dem Klassenlehrer bzw. dem Klassenvorstand/der
Klassenvorständin kommt hier eine besondere Koordinationsfunktion zu (siehe
Checkliste unten).

o Lehrkräfte haben dafür Sorge zu tragen, dass Schüler/innen durch die
Arbeitsaufträge hinreichend gefordert werden, dass eine Überforderung aber auf
jeden Fall vermieden wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich Schüler/innen in
einer besonderen Lernsituation befinden. In dieser ist es besonders wichtig, dass sie
in ihrer Arbeit von ihrer Lehrperson begleitet werden und regelmäßig
Rückmeldungen bekommen.

o Es finden bis auf Weiteres keine Leistungsfeststellungen statt. Die im Rahmen der
Überbrückungsphase erbrachten Leistungen fließen als Mitarbeit in die Semesterbzw.
Jahresbeurteilung mit ein.
 
Checklisten für alle Beteiligten

Die Schulleitung

o koordiniert die eingehenden Informationen, die an die Schule direkt gerichtet sind
und stellt den Informationsfluss sicher.

o informiert Lehrpersonen über allfällige Interventionen hinsichtlich einer Überlastung
der Schüler/innen.

o entscheidet mit den Lehrer/inne/n, in welcher technischen Form bzw. über welche
Medien Lernmaterial zur Verfügung gestellt wird.

o erarbeitet mit den Lehrkräften Alternativangebote und Lösungsvorschläge, wenn
keine digitale Ausrüstung zu Hause vorhanden ist bzw. wenn es zu technischen
Ausfällen kommt.

o organisiert bei Bedarf ein Übergabe-/Ablagesystem im Bereich des
Eingangsbereiches, das die Abholung von Aufträgen und die Abgabe von Aufgaben
ggf. für mehrere Tage ermöglicht. Dieses Angebot wird über die Website, über den
Elternverein, per SMS oder per Telefon den Erziehungsberechtigten kommuniziert.

o informiert die Lehrpersonen über zusätzliche Unterstützungsangebote, die durch
das BMBWF und die Pädagogischen Hochschulen zur Verfügung gestellt werden.

o fördert bzw. organisiert Unterstützung für Lehrkräfte in der Umsetzung der
Fernlehre (z.B. durch ein e-Buddy System).

o erarbeitet mit der Bildungsdirektion Lösungsansätze, wenn Erziehungsberechtigte
nicht erreichbar sind.

o ist Ansprechperson für die Krisenteams (Beratungslehrer/innen, Sozialarbeiter/innen
etc.), die den Kontakt zu Schüler/inne/n bei schwierigen häuslichen Situationen
halten.

o arbeitet ggf. mit außerschulischen Organisationen zusammen, die die Betreuung
von Schüler/innen unterstützen können.

Die Klassenlehrer/innen bzw. Klassenvorstände, -vorständinnen

o koordinieren (in Absprache mit den anderen Lehrer/inne/n der Klasse) die
Zusammenstellung der Arbeitspakete für die Klasse. Dabei haben sie die
Gesamtbelastung der Schüler/innen und die Ausgewogenheit der Aufträge einzelner
Unterrichtsgegenstände im Blick.

o halten die Kommunikation mit Erziehungsberechtigten bzw. den Schülerinnen und
Schülern aufrecht. Dabei ist besonders auf leistungsschwächere Schüler/innen
Rücksicht zu nehmen und diesen vermehrt individuelle Betreuung zukommen zu
lassen.
 
Die Lehrer/innen

o stellen Arbeitsmaterialien für ihre Schüler/innen bereit; dabei stellen sie sicher, dass
diese in Anspruch und Umfang angemessen sind.

o nutzen vorhandene und bekannte E-Learning-Systeme, wenn die technische
Ausrüstung vorhanden ist (Unterstützung über ein E-Buddy-System). Auf
Klassenebene sollen dabei so wenig wie möglich unterschiedliche Systeme zum
Einsatz kommen.

o geben zuverlässig zeitnahes Feedback über die bereits erledigten bzw. abgegebenen
Arbeiten.

o fragen nach und unterstützen, wenn von einzelnen Schüler/inne/n keine erledigten
Arbeiten kommen, und treffen neue Vereinbarungen mit den Schülerinnen und
Schülern.

o stehen für pädagogische Fragen zur Verfügung, die den Unterricht/die Betreuung
betreffen (z.B. Sprechstunde per E-Mail).

o melden ev. Krisenfälle an die Schulleitung und arbeiten gegebenenfalls im
Krisenteam mit.

Hinweise für Erziehungsberechtigte

Die folgenden Empfehlungen wurden seitens der Abteilung Schulpsychologie zur Verfügung
gestellt.

o Strukturieren Sie – im Rahmen eigener Home-Office-Verpflichtungen – den Tag in
Lernphasen, Pausen und Freizeit. Struktur ist besonders wichtig für das Lernen zu
Hause. Versuchen Sie einen täglichen Ablauf zu Hause zu finden, den Sie
gemeinsam mit Ihren Kindern festlegen. Ihr Kind ist an den schulischen Rhythmus
gewöhnt. Wenn es in der Schule mit offenen Lernformen selbständig arbeitet, so
lassen sie dies auch zuhause zu.

o Wie ausgedehnt die Lernzeiten gestaltet werden, hängt auch vom Alter der
Schüler/innen ab: Da Erwachsene die Konzentrationsspanne der Kinder oft
überschätzen, sind hier die Zeiten angeführt: Für Kinder bis Ende der 2. Klasse
beträgt die Zeitspanne, in der sich das Kind konzentrieren kann, 10 bis 15 Minuten,
bei Kindern der 3. und 4. Klasse 20 Minuten.

o Bitte besprechen Sie mit Ihren Kindern, welche Arbeiten wann zu erledigen sind.

o Die Aufgaben sollten von der Schule so gestaltet sein, dass sie selbständiges
Arbeiten ermöglichen. Stehen Sie aber bitte unterstützend und für Nachfragen zur
Verfügung.

o Versuchen Sie für die Kinder einen separaten, ruhigen Arbeitsplatz zu schaffen, der
diesen für die gesamte Zeit zur Verfügung steht. Man sollte Lern- und Spielräume
am besten trennen, z.B. am Küchentisch oder am Schreibtisch im Kinderzimmer
wird Hausübung gemacht und gelernt – am Couchtisch wird gespielt und
ferngesehen.

o Lernen soll Spaß machen und spielerisch sein! Seien Sie geduldig und setzen Sie Ihre
Kinder nicht unter Druck. Auch für diese ist der Unterricht zu Hause eine neue und
ungewohnte Situation, an die sie sich erst gewöhnen müssen. Loben und motivieren
Sie ausreichend und unmittelbar. Bei Fehlern korrigieren Sie behutsam.

o Halten Sie Kontakt zu den Lehrpersonen und wenden sich bei Problemen an die
entsprechenden Ansprechpartner/innen. Geben Sie bitte bei Überforderung und
Überlastung der Kinder direktes Feedback an die Klassenlehrkraft oder den/die
Klassenvorstand/-vorständin sowie die Schulleitung.

Diese Anregungen richten vor allem an Eltern, deren Kinder die Volksschule bzw. die Sekundarstufe I
besuchen, gelten jedoch grundsätzlich auch für ältere Schülerinnen und Schüler, die sich ihren schulischen Alltag großteils selbständig organisieren.

o Auch Erziehungsberechtigte brauchen einmal eine Pause! Um Überforderungen zu
vermeiden und den Alltag zu Hause aufzulockern, ist regelmäßige Pausensetzung
auch für Sie ratsam.

Informationen zu den Beratungsangeboten der Schulpsychologie Bildungsberatung
finden Sie unter: http://www.schulpsychologie.at/psychologischegesundheitsfoerderung/
corona.